Home | Produkte | Dienstleistungen | Veröffentlichungen | Mein Zugang |
     
 ::: Veröffentlichungen :::
2008
2007
2006
2005

First Data kauft in Wien Kartenabwickler APSS

ham. FRANKFURT, 8. August. Der amerikanische Kreditkartenabwickler First Data übernimmt den österreichischen Zahlungsverkehrsabwickler Austrian Payment Systems Services (APSS). Der Kaufpreis beträgt nach Informationen dieser Zeitung rund 115 Millionen Euro. In dem seit Jahresbeginn laufenden Verkaufsprozeß hat sich First Data damit gegen G-Tech, einen amerikanischen Anbieter von Lotterien im Internet, durchgesetzt. Weitere Wettbewerber waren der italienische Kreditkartenabwickler SSB und der Schweizer Zahlungsverkehrsdienstleister Telekurs. Der Verkauf der APSS in Österreich fällt in eine Zeit, in der auch die deutsche Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) zum Verkauf steht. Auch in diesem Bieterverfahren ist First Data neben Global Payments einer der Interessenten (F.A.Z. vom 3. August). Nach mehreren Anläufen in den Vorjahren, in denen der Verkauf der GZS scheiterte, soll es nun bis September eine Entscheidung geben. First Data wickelt in Europa bisher die Zahlungen von 57 Millionen Karten ab. In Deutschland sind unter anderem die Hypo-Vereinsbank, die Dresdner Bank und die BMW-Bank Kunden.

Die APSS in Wien ist in vielerlei Hinsicht mit dem deutschen Marktführer GZS in Bad Vilbel vergleichbar. Wie die GZS wurde auch APSS bisher von allen österreichischen Bankengruppen getragen. Größter Einzelgesellschafter ist die Österreichische Nationalbank. APSS ist mit 7 Millionen Kreditkarten in Österreich, die GZS mit 8 Millionen Karten in Deutschland führend. APSS verfügte lange über eine Plattform, die fast nur Mastercards abwickeln kann. Diese einseitige Ausrichtung auf eine Kartenorganisation war für die österreichischen Banken hinderlich, die in den angrenzenden osteuropäischen Ländern auf einen Marktanteil von immerhin 30 Prozent im Privatkundengeschäft kommen.

"Mit First Data erhält APSS den strategischen Partner, mit dem die österreichischen Banken ihre Expansion in Osteuropa auch im Kartengeschäft forcieren können", sagt Marcus Mosen, bei First Data in Frankfurt zuständig für strategische Investitionen in Europa. Von österreichischer Seite heißt es, der Verkauf sei gut vorbereitet. "Es geht hier nicht um irgendeine Firma, sondern um den Transfer des größten österreichischen Zahlungsverkehrsabwicklers", stellt der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Legradi klar. Wie Legradi, Vorstandsdirektor der Bawag, weiter sagt, habe First Data alle Bedingungen der österreichischen Banken erfüllt, insbesondere die Sicherung des Standorts Wien. Die internationale Mandantenfähigkeit stellte  auch die GZS vor Schwierigkeiten. Die GZS hat in den vergangenen vier Jahren Verluste gemacht. Ursächlich dafür waren auch hohe Kosten für die Aufrüstung der GZS-Plattform, über die die Zahlungen des ersten ausländischen Kunden, der Viseca Card Service in Zürich, abgewickelt werden. Anstatt der geplanten 12 Millionen Euro fielen in der dreijährigen Migrationsphase rund 80 Millionen Euro Kosten an.

Text: F.A.Z., 09.08.2005, Nr. 183 / Seite 12

» zurück zur Übersicht

 
Über uns | Kontakt | Jobs | Referenzen | Partner | Impressum |